Über die erste urkundliche Erwähnung Niederhorbachs liegen gesicherte Aussagen erst spät vor.

Frey schreibt, daß Niederhorbach in Urkunden aus den Jahren 1219 und 1303 als beitragspflichtig für die Unterhaltung der Kaisergruft in Speyer benannt wurde, jedoch fehlt die Quellenangabe (Frey, Bd. 1, S. 434).

lageplanChristmann fand als Datum der Ersterwähnung des Ortes Horbach das Jahr 1464, übersieht aber, daß im selben Jahr auch in der Urkunde LA Speyer, D 29/219 des Klosters Klingenmünster "Zynkenhorbach" erwähnt wurde (Christmann, Bd. I, S. 421).
So kann das Datum 1464 als erste gesicherte Nennung des Ortes Niederhorbach in der Form Zynkenhorbach gelten, obwohl er sicherlich älter ist.

Über die Deutung des Namens gibt es ebenfalls verschiedene Theorien. Als sicher kann gelten, daß der Ortsname als Abgrenzung zu Gleishorbach mit dem Präfix "Zynken", nach 1618 "Nieder-horbach" ausgestattet wurde. Ab 1828 findet sich dann durchgehend die Nennung als Niederhorbach (Christmann, S. 421)
Nach Christmann ist der Ort nach einem östlich von Niederhorbach liegenden Hohlweg, der Zinkhohl, ferner nach einem Zinkenhölzl benannten Waldstück benannt. Angenommen wird, daß der Horbach von Niederhorbach bis Barbelroth Zinkbach hieß und daher dem Ort den Namen gab.

E. Stamm leitet den Namen auch von der Anlage des Dorfes ab, denn es erstreckt sich links und rechts zur Dorfstraße "wie die spitzen Zinken einer Heugabel" (S. 15).

Stamm's Annahme, daß der Name Zynkenhorbach noch bis in den 30 jährigen Krieg fortdauerte, ist falsch. Die ältesten Archivalien der Gemeinde, die Dorfrechnungen aus dem frühen 17. Jahrhundert, kennen 1610 den Ort Horbach, ab 1613 aber schon Niederhorbach (Gemeindearchiv (GA) Niederhorbach Nr. 154).

ort5Über die Siedlungsgeschichte und die Frühzeit des Dorfes liegen keine Unterlagen vor. 1455 allerdings wurde bei der Fehde zwischen Friedrich dem Siegreichen, Kurfürst von der Pfalz, und Ludwig dem Schwarzen, Herzog von Zweibrücken, anläßlich einer vierwöchigen Belagerung der Stadt Bergzabern Niederhorbach, wie die Zweibrückischen Nachbargemeinden niedergebrannt.
Der Ort war seit 1410 (rupertinisched Teilung) zu Pfalz-Zweibrücken zugehörig und dem Unteramt Barbelroth unterstellt, das vom Oberamt auf Neukastel verwaltet wurde (Häusser).

Wie für fast alle Ortschaften der Rheinebene bildete auch der 30 jährige Krieg für Niederhorbach eine Zäsur, der Ort wurde verwüstet und die Einwohnerzahl ging zurück.

1609 lebten in Niederhorbach 47 und 1612 48 Familien (Brauner, VAR XVI, S. 10). Nach 1648 lebten in dem gesamten Oberamtsbezirk nach 89 Familien (Stamm, S. 15). Diese Zahlen sprechen für sich. Durch die Kriegsereignisse des 30 jährigen Krieges sank die Bevölkerungszahl in der Rheinebene um 60%, so dass auch für Niederhorbach ein ähnlicher Bevölkerungsverlust angenommen werden muß. Auch Kriegsschäden können festgestellt werden. In den Rechnungsbüchern finden sich die Eintragungen über die Reparatur von Häusern und an der Kirche (GA Nr. 154, Fol. 19). Nach der Zerstörung von Neukastel wurde das Oberamt nach 1689 nach Bergzabern verlegt, dem Niederhorbach in der Folgezeit unterstand.

1776 wurden im Dorf 76 Bürger und Hintersassen und 34 ledige Burschen gezählt (Schaaff).

 ort6In der französischen Revolution war Niederhorbach in die Kämpfe in und um Bergzabern verwickelt. Am 26. August 1793 wurde Niederhorbach von den beteiligten Truppen und zwar den Kaiserlichen und den Franzosen, die sich Gefechte um Berzabern lieferten, geplündert (Remling, S. 369)
Zuvor war Niederhorbach in die Ereignisse um die Angliederung des Oberamtes Bergzabern an Frankreich beteiligt. Im Zuge der Ereignisse der Revolution und der Aufhebung der Feudalherrschaft schloß sich auch Niederhorbach der Reunionsadresse (Adresse du grand baillage â la convention nationale, 19. November 1792) an. In dieser heißt es: "Wir haben uns gemeinschaftlich an der Franken Legislatur gewandt und begehret, uns in ihren Schutz zu nehmen" (Schaaf, S. 60). 

ort7So gehörte nun auch Niederhorbach zu der kurzlebigen Bergzabener Republik von 1792 bis 1793, bis die militärischen Ereignisse im Sommer und Winter 1793 sie zerschlugen. Niederhorbacher Bürger waren auch bei der Ausplünderung des Kellers des Deutschordens in Pleisweiler beteiligt, "unter dem scheinbaren Vorwand der Freiheit", wie der Kellermeister Johann Mitnacht schrieb (ASDR 7 L-4 3).

Mit den Friedensschlüssen von Campofornio (1797) und Luneville (1801) wird Niederhorbach selbständige Mairie im Department Bas-rhin, Arrondisement Wissembourg. Mit dem Jahre 1815 (2. Pariser Friede) kam das Gebiet zwischen Lauter und Queich unter österreichische Verwaltung, im Mai 1816 an Bayern. Niederhorbach gehörte zum Landkommissariat, später Bezirksamt Bergzabern.

ort91841 finden wir zu dem Ort folgende Angaben: "Niederhorbach mit einer protestantischen Kirche und einer Ziegelei auf er Lehmhohl, Anzahl der Besitzer von Häusern 109, Fläche 1 269,12 Tagwerk. Der Grundbesitz ist durchaus ungebunden... . Ein größerer Teil wird für den Weinbau genutzt, solcher ist jedoch nicht als ständige Weinberglage zu betrachten... Grundrenten bestehen in der Gemeinde keine mehr... Das Jagdrecht übt die Gemeinde aus".

Weiter wurde Schafhaltung in der Gemeinde festgestellt (Gemeindeschafspferch). (LA Speyer L 56/647). An der pfälzischen Revolution von 1848/49 waren Burschen aus Niederhorbach beteiligt. 1972 verlor der Ort mit Eingliederung in die Verbandsgemeinde Bergzabern seine Selbstständigkeit.

 

Ortssiegel und Wappen

wappenErste Versuche um Gestaltung und Zuerkennung eines Ortswappens datieren sich auf das Jahr 1950 (GA Nr. 14, Stamm S. 14).
Damals war schon der Engel mit Harfe, wie er sich auf der alten Kirchenglocke fand, als Motiv vorgesehen.
Am 02.01.1951 wurde das Ortswappen wie folgt genehmigt:
"in blau auf silbernem Gewölk stehend ein Engel mit goldgesäumten, silbernem Gewand, mit goldenen Flügeln eine Harfe spielend" (Debus, S. 231). 


Kirchen- und Schulgeschichte

kirche1Nach der Reformation gehörte Niederhorbach zur Pfarrei Kapellen (Gümbel, S. 152). 1576 wurde die Gemeinde reformiert. Nach einem Visitationsbericht von 1584 war Niederhorbach Filiale von Drusweiler (Gümbel, S. 153).
Die Kirche wurde 1484 erbaut, das Langhaus wurde 1727 bzw. 1816 verändert (genaue Beschreibung findet sich in: Kunstdenkmäler, S. 348).
Die Kanzel stammt aus dem 17. bis 18. Jahrhundert, die Orgel aus dem Jahre 1831. Die Glocke datiert 1775, trägt das Dorfwappen und die Aufschrift:
"Aus Mittlen der Reformierten Kirche Niederhorbach goß mich Christoph Klein und Christian Couturie in Zweybruck Anno MD CCLXXV".
1828 befand sich in Niederhorbach ein evangelisches Schulhaus (L 56/647), das 1824 gebaut worden war (GA Nr. 48). 


Die Napoleonsbank

napoleonsbankAm nördlichen Ortsausgang von Niederhorbach befindet sich eine in den 80er Jahren errichtete Bank, die in ihrem Aussehen den bekannten "Napoleonsbänken" nachempfunden ist. Anläßlich der Geburt des Sohnes Napoleons, des späteren Herzogs von Reichstädt am 20.03.1811, ordnete der Präfekt des Department Bas-rhin, Adrien Paul Francis Maria de Lezay-Marnesia an, daß "von halb stund zu halb stund wegs eine Bank aufzurichten sei" (Keller, S. 135).

Diese Bänke, die aus zwei Pfeilern, der steinernen Sitzbank und einem in Kopfhöhe angebrachten Querträger zum Absetzen der Körbe bestanden, trugen häufig Inschriften. An der Stelle, an der heute die Replika einer Napoleonsbank steht, befand sich früher keine, wie auf der gesamten Niederhorbacher Gemeinde keine Napoleonsbank nachweisbar ist (Pfalzatlas, BD III).


Die Wüstung Weyer

steinZwischen Niederhorbach und Oberhofen befand sich der Ort Weyer (Weier) auch Wilre. Er gehörte 1483 zum Stift Klingenmünster (Frey, S. 434).
1605 zählte der Ort 13 Familien, 1609 12 (Brauner, S. 10).
Der Ort verfügte über eine Kirche, die allerdings 1584 sehr verfallen war (Gümbel, S. 152).
Dem Unteramt Barbelroth zugehörig bildeten Niederhorbach und Weyer im Finanzwesen eine Einheit, das heißt, Teile der Dorfrechnung wurden gemeinsam geführt und auch Gebühren für Amtsdienste auf beide Orte umgelegt.
1622 soll der Ort im 30 jährigen Krieg eingeäschert worden sein.
Die ehemalige Mark Weyers wurde Niederhorbach zugeschlagen, den Rest teilten sich Pleisweiler und Oberhofen im Verhältnis zwei Drittel zu ein Drittel (Frey, S. 434). Die Gefälle aus der Pacht ehemaligen Weyer Gemarkung Landes fielen Niederhorbach zu (GA Nr. 154). Im Gemarkungsnamen lebt der Ortsnamen heute noch fort.

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Feuerwehr Übung
20.08. / 09:00  Feuerwehrhaus
Die Mittwochswanderer
23.08. / 09:30 Tel. 06343 2803
Ausflug "Breisach am Kaiserstuhl"
der OG Kapellen-Drusweiler
--> auch für Niederhorbacher <--   
31.08.2017 Tel. 06343 3413

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